Vor mehr als 30 Jahren habe ich aus Liebe zum Wald ein paar Hektar gekauft. Weil er durch Luftverschmutzung, Monokulturen und Klimawandelfolgen bedroht war, habe ich Anschluss an andere Waldfreunde gesucht und bin in die Forstbetriebsgemeinschaft Othetal eingetreten.Die große Mehrheit dort, vor allem der Vorstand und der zuständige Förster, hatten aber leider mit Wald wenig bis nichts am Hut, ihnen ging es nicht um das wunderbare komplexe Ökosystem Wald mit seinenen vielfältigen Funktionen für das Leben auf unserem Planeten, schon gar nicht um seine Spiritualität, sondern um ein knallhartes „Geschäftsmodell“: den Forst in Form der Fichtenplantagen. Die brachten halt das meiste Geld und da waren ihnen die massiven Schäden durch die Monokulturen egal, die schon seit hundert Jahren angeprangert werden: „Willst du den Wald vernichten, pflanze Fichten, Fichten Fichten!“.
Ich galt bald als der langhaarige Ökospinner, zu blöd zu begreifen, dass die Fichte der „Brotbaum“ ist . Gemeint ist natürlich “ Geldbaum“. Das Wort „Brot“, seit jeher Inbegriff für Leben ( so z.B. im Gebet der Gebete), wird hier also zur Tarnung von zerstörerischer Profitgier missbraucht. Dieses „Geschäftsmodell“ ist mittlerweile katastrophal in der „Borkenkäferkalamität“gescheitert, Das „böse“Tierchen befällt aber nur kranke Bäume; dass alle krank waren, ist nicht sein, sondern das Werk der Förster und Forstfans. Die müssten sich angesichts des Desasters vor Scham verkriechen, zumindest aber ihr Versagen eingestehen und Abbitte leisten.
Stattdessen treten sie rotzfrech wieder vor die Öffentlichkeit und bieten sich nun als Retter an. Ein neues “ Geschäftsmodell“ suchen sie zwar noch, klempnern aber schon mal mit exotischen Baumarten rum. Und verlangen von der Allgemeinheit eine Entschädigung für die vielfältigen lebenswichtigen Funktionen des Waldes, die sie selbst doch so schwer beschädigt haben!
Beim Abräumen der Totholzmassen hatten sie bereits gezeigt, dass sie nichts gelernt haben: Der Einsatz von mehr als 20 t schweren Vollerntern war zwar wieder kostengünstig, hat aber alle 20 Meter in den Rückegassen den Boden dauerhaft abgetötet und verdichtet. Die zukünftigen Starkregen werden darauf zu Tal rauschen und Fluten erzeugen, statt ins Grundwasser zu versickern. Die Ahr lässt grüßen.
Das „Geschäftsmodell “ des fossilen Wachstums-Kapitalismus der Wohlhabenden und Mächtigen wird gerade auf die Spitze getrieben und unsere Lebensgrundlagen durch eine globale Klimakatastrophe weitgehend vernichten. Dem gegenüber ist der kaputte deutsche Wald natürlich nur eine Petitesse. Wozu also aufregen ? Scheißegal. Weiter so!
